Wald und Traum

Oft - jedoch nicht immer
schreitend – tastend
lausche ich im Wald ihren Klängen
kann – darf !

Klänge der Vögel - der Insekten
aber auch
dem Raunen der Bäume.

Unsere Geschwister ganz anderer Art.

Während sie einmal
tief ein – und ausatmen
vergeht bei uns ein Jahr.

Ich laß mich auf sein atmen ein.
Dicht gedrängt
mein Rücken am Stamm
spür ich die warme Rauheit
der Rinde - und die Mächtigkeit
dieses Geschöpf’s.

Seh die gewaltigen Lichtströme
die aus tiefster Erde
aus tiefster Wurzel
nach oben
bis fast in die Wolken strudeln – quirrl’n.

Sehr bunt
viel Weiß und Blau
und erdige Farben
nicht simpel gemischt

sondern innerst großartig geordnet
und voll mit Klang.

Ein mächtiges Dröhnen
jedoch nicht für Ohren gedacht

und du begreifst

diese wunderbaren Geschöpfe
sind sehr individuell
und doch so anders als wir Menschen.

Sie sind so - voller Hingabe
und Ruhe
und Licht

und tragen trotzdem eine Sehnsucht
nach Liebe - nach Würde
und Verständnis in sich

Verständnis nicht Seitens der Tiere
oder des Wetters
nein nein - Seitens von uns.

Es ist schon ungeheuerlich
mit welcher Ignoranz und Abfälligkeit
wir heute den Bäumen begegnen.

Wälder werden definiert
in Ster Holz und Euro

Holzernte in großem Stil
je größer – desto guter
und unsere Herzen
lassen wir dazu schweigen

wenn wir roden
oder dem Wald permanent
irgendetwas entnehmen.

Für viele Naturvölker
ach die Dummen
ist so ein Verhalten
unvorstellbar.

Du nimmst nicht einfach vom Wald
sei es Reh – oder Hase
Baum – Beere oder Pilz
ja selbst wenn sogar
nur sein Licht

wird sich bedankt
voller Respekt und Zuneigung
gegenüber dem Geist des Waldes.

Wo genommen - da gegeben.

Austausch - Balance und Harmonie
ist überaus wichtig.

Ich kann nicht einfach
immer nur nehmen
nehmen
nehmen

in der stupiden Hoffnung
irgendwie geht das Alles schon gut.

Bäume lassen sich viel gefallen
aber nicht alles

und vor allem nicht
diesen unwürdigen Umgang
seitens uns.

Ein Baum
ist nicht einfach ein totes Objekt
mit dem ich machen kann
was ich will.

Er ist ein lebendiges Geschöpf
kann zwar seinen materiellen Standort
nicht so wechseln wie wir

er kann sich jedoch
ganz frei entscheiden zu leben
oder zu sterben

und wenn die Behandlung
und Bedingungen
zu unwürdig sind

entscheidet er sich für den Tod
was bedeutet

die materielle Form legt er ab.

Für uns sieht das dann aus
wie Baumsterben
oder starker Käferbefall

oder Sturmschäden.

Tod ist Tod
als Antwort
auf unser mechanistisches
Sein – Bewusstsein
materielles Verhalten.

Aber das ist noch nicht das Ende.

Wir treibens weiter
und weiter und weiter.

Das Nehmen wird zur Ausbeutung
in großem Stil

nicht nur die Natur

nein viel zu wenig

inzwischen ist auch der Mensch
selbst dran.

Humankapital
nennt sich jetzt der Mensch.

Dank der Technik
überbordend
ist alles möglich.

Ausbeutung rigoros
und überall

und die meisten machen mit
sind wie hypnotisiert
vom Glanz des Geldes

der einzige wirkliche Wert.

Es ist eine kollektive Trance entstanden
mit der Tendenz zum Faschismus.

Du hast
also bist du

je mehr - desto mehr.

Menschengröße
zeigt sich ausschließlich
im Besitz von Geld und Eigentum.

Seele unbekannt
nicht wissenschaftlich
nicht technologisch.

Freundschaft
pah
wie heißt es so schön

bei Geld hört die Freundschaft auf

und sagen das mit größtem Stolz.

Jawohl.
Das 19. Jahrhundert ist
in Punkto Kapitalismus
harmlos
gegen uns heute.

Wir machen’s noch viel gründlicher
und vor allem
weltweit.

Was sind wir doch für tolle Typen.

Wollen wir dieses mal
wirklich
bis zum totalen Blackout
bis zur totalen Zerstörung gehen ???

 

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